Generalversammlung Quartierverein Au im Fernen Osten
Die diesjährige Generalversammlung fand wie gewohnt im Gasthof «Oberort» statt und im Anschluss daran liess der in der Au wohnhafte Referent, Roland Gugger, Stabsoffizier Kommandant der Kantonspolizei Zürich, die zahlreich erschienenen Leute im Rahmen eines Vortrags an einer Reise an die Waffenstillstandslinie zwischen Süd- und Nordkorea teilhaben. Präsidentin Nadine Putscher führte durch die statutarischen Traktanden und liess die Anlässe des vergangenen Jahres Revue passieren, so der Ausflug ins Bergwerk Horgen, die Schifffahrt auf dem Zürichsee, den Racletteabend im Gasthof «Oberort» oder den Behördenabend am gleichen Ort. Erwähnenswert ist aber auch der «Räbeliechtlizumzug» im November, an dem mehrere hundert Leute teilnehmen und wozu mehr als fünfhundert Räben benötigt wurden. Auch wurde der Quartiertreff neu belebt. Kassierin Gabriella Zwahlen konnte von einem kleinen Ueberschuss berichten, leider musste aber ein Mitgliederrückgang hingenommen werden. Die Revisoren Katharina Felder und Mario Bianchi bestätigten die einwandfreie Führung der Finanzen und in der Folge konnte dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt werden. Zwei Vorstandmitglieder, Vizepräsidentin Alexandra Gwerder-Fegble und Beisitzer Marco Bisig traten von ihren Ämtern zurück. Mit herzlichen Worten und einem Geschenk verdankte die Präsidentin ihren Einsatz. Die beiden konnten leider nicht ersetzt werden. Mit Applaus wurden die Vorstandsmitglieder Gabriela Zwahlen, Philipp Kellerhals und Kurt Schreiber für zwei weitere Jahre bestätigt. Das Gleiche gilt für die Revisorin und den Revisor, Katharina Felder und Mario Bianchi. Im neuen Vereinsjahr werden wieder verschiedene Anlässe stattfinden. Als Nächstes steht am 21.Mai eine Besichtigung der Blattmann Schweiz AG auf dem Programm, ebenso wird wieder die Schifffahrt, der Racletteabend und die Aussprache mit dem Stadtrat stattfinden. Hinweise dazu auf der Homepage www.qv-au.ch. Ein Mitglied berichtete und hinterfragte den Sinn und Zweck eines Hin- und Hers bei Grabarbeiten in Zusammenhang mit dem geplanten Neubau auf der Parzelle der ehemaligen BASF. Nach einer knappen halben Stunde konnte die Präsidentin den statutarischen Teil der Generalversammlung abschliessen und zum Referat überleiten.
Seit 72 Jahren Waffenstillstand, aber kein Frieden
Zwischen 1950 und 1953 herrschte ein erbitterter Krieg zwischen Süd- und Nordkorea. Beide Staaten wurden 1945 von den USA und Russland (UdSSR) in zwei Teilstaaten Nord- und Südkorea mit der Grenze am 38. Breitengrad aufgeteilt. Nordkorea versuchte aber in der Folge, seinen Einfluss auszuweiten und eroberte weite Teile Südkoreas. Wenig später griffen zuerst die USA und später die UNO in diese Auseinandersetzung ein und konnten nach wechselseitigen Erfolgen die kommunistischen Truppen, welche von China und der UdSSR unterstützt wurden, wieder auf den ursprünglichen 38. Breitengrad zurückdrängen, der heute noch die Grenze zwischen den beiden Staaten bildet. In Zusammenhang mit den Waffenstillstandverhandlungen wurde eine Neutrale Ueberwachungskommission für den Waffenstilland in Korea (NNSC) gebildet, der ursprünglich die Staaten Polen und Tschechoslowakei auf Seiten Nordkoreas und Schweden und Schweiz auf Seiten Südkorea angehörten. Roland Gugger meldete sich nach dem Studium der Rechte bei der NNSC. Nach einer anspruchsvollen Eignungsprüfung erhielt er die Möglichkeit, bei den NNSC an der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea mitzuwirken.Das Gepäck für diesen Einsatz war damals recht bescheiden. Seine Habseligkeiten fanden in zwei Offizierskoffern und dem Effektensack Platz. Bei der Rückreise reichten dann diese beiden Koffer nicht mehr aus. Die Unterkünfte waren spartanisch eingerichtet und der Dienst war anspruchsvoll. Aber es bestand auch die Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen. Diese Möglichkeit hat der Referent bestens genutzt, denn dort lernte er seine Frau kennen, die mit ihm in die Schweiz zurückreiste. Die beiden Offizierskoffer reichte also für die Rückreise definitiv nicht mehr aus. Mit vielen Bildern hatte es Roland Gugger verstanden, einen guten Überblick über seinen Einsatz zu vermitteln. In seinen Ausführungen ging er auch auf die Möglichkeit einer Vereinigung der beiden Koreas ein. Je nach dem, wer dort die Oberhand erhalten würde, würden sich für die Nachbarstaaten Vor- oder Nachteile ergeben. Ob dies dann hingenommen würde, ist eine offene Frage. Der Referent kam deshalb zum Schluss, dass die bestehende Lösung mit der Aufteilung der beiden Staaten aufgrund der aktuellen Lage die wohl wahrscheinlichste und sicherste Lösung darstellt. Seine Ausführungen schloss Roland Gugger mit einem «Crashkurs» für das koreanische Alphabet «Hangul», das aus 28 Zeichen besteht und leicht zu erlernen sei. Hingen sei der mündliche Ausdruck wesentlich schwieriger. Mit einem grossen Applaus wurden diese Ausführungen gewürdigt und bei einem Imbiss und vielen guten Gesprächen klang der Anlass aus.